Rachel Joyce – Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

Rachel Joyce – Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

So fabelhaft wie das Talent von Frank ist, so fabelhaft ist dieser Roman. Ich habe die englische Übersetzung von Maria Andreas gelesen, welche im Fischer Verlag erschienen ist.
Zum Inhalt: Frank hat einen kleinen Plattenladen in einer Seitenstraße, der Unity Street. Alle Läden in der Unity Street kämpfen ums Überleben und doch möchten sie nicht aufgeben, denn sie halten zusammen. In dem Plattenladen von Frank wird nur Vinyl verkauft und nichts anderes, die Vertreter beißen sich bei ihm die Zähne aus, denn Frank bleibt standhaft bei seinem Vinyl. Der kauzige Frank hat ein Gespür für Musik, ein Gespür, welche Musik die Menschen benötigen. Er macht seine Kunden glücklich mit der Musik, die er nur für sie ausgewählt hat. Er hört den Menschen zu und sieht ihnen in die Augen und schon weiß er, welche Musik der Kunde benötigt, nicht, was er sucht, sondern was er in seinem Herzen für Musik benötigt. So hat Frank schon einigen Menschen in schwierigen Situationen geholfen.
Eines Tages steht eine Frau vor dem Plattenladen, eine Frau mit einem grünen Mantel, einer grünen Handtasche und Handschuhen, die sie niemals auszieht. Irgendetwas ist merkwürdig an dieser Frau, denn nur bei ihr kann Frank nicht die Musik hören, während er sie ansieht. Er hört keine Musik.
In dieser Geschichte steckt so viel menschliche Wärme in einer immer kälter werdenden Gesellschaft. Ein Buch über die Freundschaft und die Liebe, aber mit weichen, warmen Tönen geschrieben und am Ende kullerten ein paar Tränen von mir.
Jeder Song, der hier erwähnt wird, möchte man selbst hören, möchte man wahrnehmen, ob er einem ebenso gefällt, wie den Menschen, die dieser empfohlen wurde.
Es ist eine Entdeckungsreise in die Musik und die Menschlichkeit.

Rachel Joyce ist eine britische Autorin, die 1962 geboren wurde und 2012 den Bestseller „Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry“ schrieb.

Emmi Johannsen – Mordseeluft

Emmi Johannsen – Mordseeluft – ein Borkum-Krimi

Mordseeluft ist ein kurzweiliger Urlaubskrimi, der ohne viel Grausamkeit auskommt, aber mit einer Brise Nordseeluft und Humor. Ich habe Mordseeluft gelesen, als ich selbst gerade in Ostfriesland Urlaub gemacht habe und dann ist dieser Krimi genau die richtige Lektüre.
Caro Falk ist frisch von ihrem Ehemann getrennt, der sie mit Dutzenden oder vielleicht sogar hunderten von Frauen betrogen hat. Die gebürtige Kölnerin, die mit ihrem Ex in Berlin gewohnt hat, unterzieht sich einer Mutter-Kind-Kur auf Borkum, der Heimat von ihrem Ex. Dort findet sie zum einen, einen Verbündeten gegen ihren Ex in der Gestalt des Schwiegervaters und zum anderen, eine Leiche.
Ihr Schwiegervater, Hinnerk, ist ein Urgestein der Insel, ebenso trocken, wie man es erwartet, aber mit einem weichen Kern.
Die örtliche Polizei vermutet eine natürliche Todesursache und unternimmt wenig, um einen eventuellen Mörder zu finden.
Caro entdeckt ihre Leidenschaft für die Detektivarbeit und mit dem Türsteher Jan Akkermann begibt sie sich auf die Suche.
Die Autorin schreibt humorvoll, bringt die Sorgen von Alleinerziehenden in vielen Stellen auf den Punkt und insbesondere die Beschreibungen der Personen sind detailliert. Gut gefallen hat mir, dass die Insel Borkum mit ihren Eigenarten in das Buch mit eingeflossen sind, so erwähnt sie zum Beispiel das traditionelle Volksfest Klaasohm auf der Insel.
Auf der Umschlagseite steht, es ist der erste Fall von Caro Falk und Jan Akkermann, deshalb ging ich davon aus, dass noch weitere folgen, und tatsächlich hat die Autorin im März 2021 ein weiteres Buch veröffentlicht „Mordseestrand“, indem das Duo erneut ermittelt.
Emmi Johannsen ist ein Pseudonym der Schristellerin Christine Drews, die bereits zahlreiche Bücher veröffentlicht hat und daneben Drehbücher verfasst.